Pferd als Lehrer

Wie mein Pferd mein Coach wurde

Pferdetraining versus Hundetraining

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Seit Ostern habe ich wieder einen Hund. Meine süße Coco ist super niedlich und auch sehr klein, nicht größer als ein Chihuahua. Sie kann ganz süß und unschuldig dreinschauen. Das war´s dann aber auch schon. In Wirklichkeit ist Coco ein richtiges Alpha-Tier und schert sich relativ wenig darum, was ich will. Jetzt, mit 8 Monaten, sollte Sitz und Platz kein Problem sein. So ist es aber leider nicht. Auch sollte sie zu mir kommen, wenn ich sie rufe und sich anleinen lassen – auch das klappt nicht verlässlich.

Nach jahrelangem Parelli-Training mit Skippy habe ich gedacht, dass ich das mit Coco schon gut hinkriegen werden. Die Erkenntnis: Pferdetraining ist ganz anders als Hundetraining. Wenn ich mit dem Pferd trainiere, gehe ich hin und mache das ca. 1 Stunde, den Rest des Tages ist das Pferd eh beschäftigt, mit Koppel, oder fressen oder schlafen. Das heißt für mich konkret, ich brauche nur diese eine Stunde auf meine Körperhaltung und den gesamten Umgang mit dem Pferd achten, und auch nur in dieser Zeit meine eigene Konzentration aufrecht halten.

Beim Hund ist das anders. Mein lebt ist fast 24 Stunden am Tag neben mir und beobachtet mich, was ich tue und wie ich es tue. Das heißt, ich muss im Umgang mit Coco ständig darauf achten, was ich tue und wie ich das tue. Ich war zum Beispiel der Meinung, dass wenn sie nur lang genug an der Leine zieht, sie dann mal kurz nachlässt und ich sie lobe, dass das der richtige Trainingsschritt ist. Weit gefehlt. Beim Pferd hat das funktioniert, beim Hund nicht. Coco zieht noch immer an der Leine.

Ich habe viel ausprobiert und viel nachgedacht. Grundsätzlich sind das ja zwei ganz verschiedene Tierarten. Das Pferd ist ein Fluchttier und der Hund ist ein Jäger. Skippy ist eher ein unsicheres Tier, Coco strozt vor Selbstbewußtsein und ist komplett angstfrei.

Wie aber umgehen mit dem starken Charakter von Coco?

Ich muss das Alpha Tier sein. Das musste Skippy lernen und das muss auch Coco lernen. Und eines muss ich mir auch immer wieder vor Augen halten: bei Skippy hat das Training auch nicht nur ein paar Monate gedauert, und ich musste sehr konsequent sein. Jetzt mit Coco gilt dasselbe. Wir machen zwar täglich kleine Fortschritte, aber die sind teilweise winzig.

Nach einiger Arbeit und sehr viel Beschäftigung läuft es täglich besser. Wir werden ein Team.

Jetzt muss Coco nur noch daran gewöhnt werden, beim Reiten mitzugehen.

Viel Spaß mit Euren Hunden und Pferden

Eure Andrea Waldl

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