Pferd als Lehrer

Mein Pferd als Coach

April 15, 2020
von Andrea Waldl
Keine Kommentare

Dieses eine Pferd – eine Rückschau zur Angstbewältigung

Zwischen 2005 und 2006 hatte ich immer wieder Angst davor, mein Pferd zu reiten. Skippy wurde dadurch, dass er so wenig geritten wurde, nicht einfacher, er begann zu buckeln, was meine Angst nur noch verstärkte. Jeder Ritt war eine große Überwindung für mich. Ich erzählte offen und ehrlich über meine Angst, doch größtenteils erntete ich nur blöde Kommentare.

Dass die Angst oft nur in unserem Kopf (dem Kopf des Reiters) sitzt durfte ich Anfang 2007 erkennen. Eine abenteuerliche Reise zeigte mir, dass das Problem nicht beim Pferd liegt. Hier die Geschichte hinter der Erkenntnis:
10 Jahre nach unserer Hochzeitsreise nach Marokko und Mauretanien, hatten wir die Gelegenheit, beide Länder wieder zu besuchen. Geplant war, dass ich meinen damaligen Mann im Senegal in Dakar traf und wir gemeinsam mit dem Auto zurück nach Österreich fahren – sozusagen zum 10. Hochzeitstag.

Am 19. Jänner war es dann endlich für mich soweit, dass ich nach Dakar fliegen konnte.

Endlich geht am 19. Jänner mein Flug, schon in Europa kommt es zu Problemen, der Orkan beschert mir eine große Verspätung. Mitten in der Nacht komme ich endlich in Dakar an. Für eine Nacht (so war es geplant) habe ich mich im besten Hotel der Stadt einquartiert. Der Transfer dorthin beschert mir einen „kurzen“ Blick auf Dakar bei Nacht. Was ich sehe macht mich allerdings ein bisschen untentspannt. Auch der Aufenthalt im „besten Hotel der Stadt“ gestaltet sich mühsam. Endlich um 2 Uhr Früh habe ich mein Zimmer und Michi erreicht mich. Seine Nachricht: wir bleiben noch länger in Gambia, komm einfach mit dem nächsten Flieger und wir treffen uns dann morgen in Banjul, oder ich warte ein paar Tage im Hotel. Das Warten im Hotel war unmöglich, da zum gleichen Zeitpunkt die Rally Paris-Dakar in Dakar ankam, gab es weder in meinem Hotel noch in einem anderen Hotel ein freies Zimmer, ich habe ungefähr 17 Hotels angerufen. Also bleibt nur die Möglichkeit, nach Gambia zu fliegen.

Gesagt getan. Mit dem „Wissen“, dass eh zwei bis drei Flieger täglich von Dakar nach Gambia gehen, fahre ich zum Flughafen und kaufe ein Ticket. Ich bekomme ein Ticket für den Flug um 12.00 Uhr mittags, die Dame am Schalter meint aber, dass ich erst um Mitternacht fliege.

Die nächste Hürde ist das einchecken. Ich habe keinVisum für Gambia. Ein kurzer Anruf beim österr. Botschafter im Senegal, der sagt, ich soll es versuchen, wenn ich nicht ins Land reinkomme, schicken die mich mit dem nächsten Flieger eh zurück. Ich komme zu Passkontrolle, im Paß ist natürlich kein Visum für Gambia, deswegen werde ich auch nicht durchgelassen, mein Bitten und Flehen nutzt mir nichts. Immer wieder werde ich von drei freundlichen Herren darauf hingewiesen, dass Deutsche kein Visum brauchen, Österreicher aber sehr wohl. Was soll ich machen, kurz überlege ich, ob ich in Tränen ausbrechen soll, und sagen soll, mein Mann hat mir befohlen zu kommen und jetzt fürchte ich mich, dass es nicht geht (doch auch auf brave Frau tun nutzt nichts). Erst als ich die nicht sehr rühmliche österreichisch/deutsche Vergangenheit anspreche, darf ich durch.
Der Flughafen ist vollgestopft mit Leuten, mein Flug geht natürlich nicht um 12.00 Uhr mittags. Von einer Deutschen, die für die Entwicklungshilfe arbeitet, erfahre ich, dass heute wahrscheinlich kein Flieger mehr in den Süden geht, da im Süden Senegals ein Oppositionsführer begraben wird und die Regierung nicht will, dass Leute am Begräbnis teilnehmen. Und tatsächlich kommen einige wenige internationale Flüge an, es geht aber kein Flieger weg, der Flughafen wird immer voller. Es kommt zu einigen Zwischenfällen, 200 Passagiere können seit 36 Stunden nicht nach Paris fliegen, die rennen schreiend und raufend durch den Flughafen, bis alle endlich gegen 14.00 Uhr in einen Flieger am Rollfeld gesetzt werden. Fliegen dürfen sie aber erst um 19.00 Uhr. Endlich um 18.30 Uhr wird mein Flug aufgerufen – boarding now. Aber wohin boarding? Es steht kein Flieger draußen. Ich frage eh schon stündlich nach, wann ich denn fliege – not yet – ist die vielsagende Antwort. Meine Nerven sind bis zum Zerreisen gespannt. Michi erreiche ich nicht mehr, telefoniere daher ständig mit der Agentur, für die Michi unterwegs ist, keiner kann mir helfen. Ich sitze am Flughafen fest. Gegen 20 Uhr frage ich noch mal nach, wann ich denn heute fliege. Die Auskunft: Heute nicht mehr, ich soll rausgehen aus dem Flughafen und morgen um 9.00 Uhr wieder kommen. Das Problem dabei, es gibt kein Zimmer in Dakar, habe wieder einige Hotels angerufen, der Botschafter rät mir, ich solle in die Innenstadt fahren und alle Hotels abklappern, das getraue ich mich aber als Frau alleine doch nicht. Plötzlich sehe ich, wie zwei Männer und eine Frau mit einer Stewardess diskutieren, ich stelle mich dazu und merke, es geht um meinen Flug. Da stell ich mich dazu. Ich bemerke kurz, dass es mir auch so geht. Die Info der Stewardess ist, wir sollen zum Flughafenmanager gehen, dort bekommen wir 30 Euro und dann sollen wir morgen wieder kommen. Keiner von uns ist damit einverstanden. Wo soll ich auch hin? Hotel konnte ich keines finden. So warten wir zunächst einmal eine Stunde auf den Flughafenmanager, dieser ist erst nach über einer Stunde Diskussion halbweg kooperativ. Michi weiß inzwischen, dass der Flug gecancelt ist, einer meiner Mitreisenden hat seine Frau am Flughafen in Banjul angerufen, die hat dort Bescheid gesagt, dass die dort im Infoscreen zeigen, dass der Flug gecancelt ist. Michi erreiche ich nicht. Ich bin schon etwas unentspannt, gehe aber von den (wie sich herausgestellt hat) Gambiern nicht mehr weg. Meine Überzeugung ist, dass ich alleine nicht weiterkomme. Wieder eine Stunde später hat uns der Flughafenmanager eine Unterkunft bei seiner Cousine um 15 Euro besorgt, und er stellt uns sogar ein Shuttle zur Verfügung. So wie es vor dem Flughafen zugeht, getraue ich mich nicht allein raus, ich bleibe also den Gambiern ganz knapp auf den Fersen. Und wieder einmal geht die Fahrt nach Dakar hin. Diesmal nicht in die beste Gegend sondern in ein Slumgebiet, in dem hauptsächlich Baracken stehen. Der Shuttle – Fahrer verirrt sich noch dazu. Kurz denke ich, wenn ich jetzt verschwinde, weiß niemand wo ich bin und es findet mich auch niemand mehr.Endlich findet der Fahrer das Haus, es sieht ganz ordentlich aus. Jeder von uns bekommt ein eigenes Zimmer mit Bad und Klo. Plötzlich werden meine Gambier unruhig, alle wollen in ein Internetbüro, um ihre mails abzurufen, und siehe da, mitten in der Slumsiedlung gibt es echt ein Internetbüro, eigentlich finde ich, keine schlechte Idee, so kann ich mich daheim melden und mitteilen, wo ich bin. Allein wäre ich sowieso nicht im Haus geblieben. Nach dem Internetbüro versuche ich zu schlafen, bekomme aber kein Auge zu, versende noch reihenweise SMS, damit alle wissen, wo ich bin. Meine Nerven sind so angespannt, dass ich die halbe Nacht über der Kloschüssel verbringe, will es aber niemandem sagen, damit die mich nicht da lassen.

Als die Nacht endlich vorüber ist, steht tatsächlich um 7.00 Uhr das Flughafen – Shuttle vor der Tür und bringt uns zum Flughafen. Jetzt getraue ich mich auch erstmals, meinen gambischen Freunden mitzuteilen, dass ich kein Visum habe. Sie meinen, das ist kein Problem, wir schaffen das schon. Tatsächlich dürfen wir dann um 9.00 Uhr in den Flieger einsteigen. Der ist so überbucht, dass viele im Flieger stehen müssen. Ich schaue nur noch nach unten, lass mich von keinem mehr anreden, ich will nur noch nach Gambia. Eine dreiviertel Stunde später landen wir in Banjul, eine Hürde habe ich noch vor mir, die Passkontrolle. Einer meiner gambischen Begleiter ist vom Tourismusministerium, der schiebt mich praktisch durch die Passkontrolle. Alles gut gegangen, sogar mein Gepäck ist mit angekommen. Und das Schönste – Michi steht am Flughafen und holt mich ab.

Mauretanien und Marokko hab ich dann trotzdem nicht gesehen. Michi wurde an der Grenze der Pass gestohlen, nach einer Woche sehr entspanntem Urlaub in Gambia bin ich dann allein wieder zurückgeflogen. Der Flug von Senegal nach Gambia hat mich an meine Grenzen gebracht, aber ich habe diese Grenzen überwunden und es geschafft.

Daheim angekommen fragte ich mal in mich hinein, ich habe diese Horrorstunden im Senegal ganz allein überstanden, okay nicht ganz angstfrei – aber ich habe alles richtig gemacht. Ich war stark und überlegt. Und hier – daheim – getraue ich mich nicht, mein eigenes Pferd zu reiten?

Ich fühlte mich so stark, dass ich Skippy einfach sattelte und ritt. Ja ich ritt, er buckelte nicht, ging brav, war willig und total entspannt. Meine Angst war weg – noch wichtiger – dadurch gab ich ihm Sicherheit. Die Sicherheit, die er brauchte.

Unsere Angst spielt sich im Kopf ab – okay reiten kann schon auch gefährlich sein, das weiß ich selbst am Besten – aber viel tragen wir durch unkonkrete Angst dazu bei, dass auch unser Pferd unsicher wird. Trotzdem dürfen wir die Angst nicht einfach ignorieren, viel besser ist es, sich ihr zu stellen und sie zu akzeptieren. Gehen wir kleine Schritte, die ein gutes Gefühl hinterlassen. Nicht jeder kann nach Gambia fliegen.

Ich wünsche Euch viel Einsicht und schöne, angstfreie Stunden mit den Pferden

Bleibt mutig – Eure Andrea Waldl
www.pferd-als-lehrer.at

April 4, 2020
von Andrea Waldl
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Corona Arbeit

Gerade in Österreich sind wir sehr betroffen von den Corona Maßnahmen der Regierung. Die Regierung macht meiner Ansicht nach hervorragende Arbeit und die Maßnahmen waren gut und richtig. Sie zeigen auch schon die ersten Erfolge.

Was bedeutet es aber für uns Pferdemenschen? Es wird empfohlen, oder eigentlich ist es verboten, im öffentlichen Raum zu reiten. Viele Reitplätze und Reithallen sind gesperrt. Wir dürfen allerdings mit den Pferden spazieren gehen. Ich glaube, dass das Reitverbot eher dem geschuldet ist, dass kein Reitunfall passiert und dadurch unser Gesundheitssystem zusätzlich belastet wird.

Wir haben auch Zutrittsregelungen in vielen Stallungen. Bei uns ist es konkret so, dass wir erst dann kommen dürfen, wenn das Stallpersonal nicht da ist. Dann dürfen wir entweder die Pferde von der Koppel holen, oder abends, wenn sie schon drin sind, mit ihnen etwas machen. Wir wurden gebeten, uns da nicht mit anderen zu treffen und wie überall, Abstand zu halten.

Wir haben keinen Reitplatz beim Stall dabei, jetzt nehmen wir die freien Koppeln, um zu “arbeiten”. Gerade jetzt ist Kopfarbeit für die Pferde gefragt. Schaut Euch Videos auf Youtube an zum Thema Horsemanship. Es gibt ganz viele Beschäftigungsmöglichkeiten neben dem Reiten.

Ich wünsche Euch viel Gesundheit

Eure Andrea Waldl

Januar 14, 2020
von Andrea Waldl
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Willkommen im Neuen Jahr

Ein neues Jahr hat begonnen. Ich hoffe Ihr habt nicht zu viele Vorsätze 😉

Das mit den Vorsätzen ist so eine Sache. Ich bin immer voll motiviert. Und dann klappt es schon nach einer Woche nicht mehr so gut mit den guten Vorsätzen. Was passiert dann? Ich bin enttäuscht von mir selbst.

Ein Grund dafür, dass ich kaum mehr Vorsätze fasse. Ich denke, so wie ich mit meinem Pferd umgehe, das passt schon. https://www.digistore24.com/redir/292242/AndreaWaldl/

Für Reiter und Pferdehalter bringt das Jahr noch etwas anderes mit sich. Nämlich Winter! Und heuer ist der Winter ohne Schnee, mit ganz viel Gatsch, rutschigem Boden, Nebel. Da würde ich dann oft am liebsten nicht in den Stall fahren.

Doch ein Vorsatz ist auch: einfach tun! Ich tue wenn es mir und Skippy gut tut, einfach dies oder das mit ihm. Ganz ohne Druck und mit ganz viel Spaß. Wir machen Fortschritte, die trag ich dann in mein Pferdetrainings-Tagebuch ein. Mich motiviert sehr, zu sehen, dass etwas weiter geht.

Eure Andrea Waldl

Pferd im Winter

Dezember 24, 2019
von Andrea Waldl
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Frohe Weihnachten

Frohe Weihnachten!!

Genießt den heutigen Tag und:

Vergesst nicht – einem Aberglauben zu Folge können in dieser Nacht unsere Pferde in Menschensprache sprechen und unterhalten sich über uns. Ich hoffe, Ihr habt alles richtig gemacht und so werden sie nur Gutes über Euch sagen.

Habt eine ruhige Zeit. Skippy und ich wünschen Euch Frohe Weihnachten!

Eure Andrea Waldl
www.pferd-als-lehrer.at

August 27, 2019
von Andrea Waldl
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This old horse

This old horse, the Rancher said,
she’s seen some better days,
she’s eating up my profits,
and costs a lot for hay.

Another horse would suit me,
a stronger one at that,
shes seen a lot of miles
just like my cowboy hat.

This old horse, the Rancher said,
she helped me herd my steer,
I’m pretty sure shes magic,
I know I hold her dear.

Another horse would suit me,
one that can run fast,
maybe one that’s younger,
or maybe one that lasts.

This old horse, the Rancher said,
she’s long and far in tooth,
my children do remember,
her fondly from their youth.

Another horse would suit me,
a gelding in his prime,
one that needs less fixin’,
that helps me save a dime.

Why, they asked, then keep her?
why not trade her now?
bring her to an auction?
replace her with a cow?

The Rancher’s brow grew heavy,
he took a staggered step,
his eyes did show his hardships,
in wrinkles, as they crept.

His breath, he took in deeply,
as he poised to say his words,
it’s as if the earth grew silent,
that his message should be heard.

This old horse, the Rancher said,
has given me her life,
I wouldn’t trade for anything,
nor either, would my wife.

Another horse would suit me,
and perhaps someday will come,
but this old gal, I love her,
she is the chosen one.

This old horse, the Rancher said,
her service she did lend,
her and I, have seen the years,
this old horse, she is my friend.

Another horse would suit me well,
but her home is here to keep,
I owe her sanctuary,
my love for her is deep.

Another horse would suit me well,
and younger days for me,
and I will keep my promise,
until our last breaths, set us free.
Artist- Don Stivers

Für Euch, Eure Andrea Waldl www.pferd-als-lehrer.at

pferd-als-lehrer-skippy

Juli 1, 2019
von Andrea Waldl
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Die Hitze betrifft uns alle!

Die große Hitze hält uns alle in Atem. Nicht nur für den Menschen ist die Hitze oft schwer auszuhalten, sondern auch für Tiere. Unsere Pferde müssen zusätzlich oft bei der Hitze noch Höchstleistungen erbringen, wie zum Beispiel im Turniersport. Die Hochsaison für Turniere ist im Sommer. Gute körperliche Verfassung hilft dem Pferd, die Hitze zu ertragen. Wichtig ist es aber, ausreichend zu kühlen, auf äußere Anzeichen wie erhöhte Körpertemperatur, starrer Blick zu achten. Rasche Abkühlung bringt Wasser. Das Pferd abspritzen, wenn es geht nicht mit zu kaltem Wasser. Dabei von den Beinen aufwärts beginnen. Danach sofort das Wasser abziehen, da es rasch die Temperatur des Pferdekörpers übernimmt und dann keine Kühlung mehr eintritt.

Bei Distanzreitern ist es üblich, das Wasser über einem Eimer abzuziehen und das Wasser dann dem Pferd zum Trinken anzubieten. Durch starkes Schwitzen verliert das Pferd, wie auch der Mensch, Salz und Elektrolyte. Durch das “Waschwasser” werden dem Pferd rasch und unkompliziert die verlorenen Elektrolyte zugeführt.

Bei Freizeitpferden sollte sich der Reiter überlegen, ob es wirklich notwendig ist, sie bei großer Hitze zu bewegen. Wenn es zeitlich möglich ist, sollte man das Reiten oder Trainieren auf die frühen Morgenstunden verlegen. Mir ist schon klar, dass das nicht für jeden möglich ist. Aber bei großer Hitze gilt – auch mal 5 gerade sein lassen und das Training ausfallen lassen. Leichte Bewegung hilft den Kreislauf zu stärken, aber bitte wenn es geht, kurz ausreiten und dabei den Schatten suchen. Wir machen das bei uns so, dass die Pferde in den frühen Morgenstunden raus kommen und gegen Mittag in den kühleren Stall zurückdürfen.

Selbst wenn Pferde den ganzen Tag auf der Koppel stehen, sollte man darauf achten, dass ausreichend Wasser auf der Koppel zur Verfügung steht und Schattenplätze vorhanden sind. Ist dies nicht der Fall, dann das Pferd lieber nur für wenige Stunden raus stellen und bei großer Hitze in den (hoffentlich) kühlen Stall bringen. Gerade bei den jetzt vorherrschenden Temperaturen sind die Pferde im Stall, auch wenn sie es gewohnt sind, den ganzen Tag auf der Koppel zu stehen, ziemlich ruhig. Eine Extraportion Heu kann zur Ruhe im Stall beitragen.

Skippy ist extrem Sonnenbrand gefährdet. Da er als Paint Horse kaum Pigmente hat (nicht wie Schimmel, die braun geboren werden) hat er große Probleme vor allem um die Nüstern, generell im Kopfbereich. Ich schütze seinen Kopf mit einem speziellen Fliegen- und Sonnenschutzhalfter. Schaut komisch aus, hilft aber. Ich spritze ihn regelmäßig ab und lasse ihn dann auf der Koppel wälzen. Der Staub, den er sich rauf wutzelt ist tagsüber wie ein natürlicher Sonnenschutz.

Und wenn wir glauben, so heiß war es letztes Jahr nicht, dann können wir ja mal in unseren Notizen nachschauen:

Eure Andrea Waldl

 

 

Mai 14, 2019
von Andrea Waldl
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Kontrastprogramm zum Reiten

Einiges musste ich mir bereits einfallen lassen, um mein “Bodenarbeitspferd” zu trainieren, tja dieses eine Pferd. Ich weiß, ihr werdet jetzt sagen, dass ein Pferd reiterlich zu trainieren auch nicht so einfach ist. Das stimmt natürlich. Wenn man aber wie ich, ausschließlich Bodenarbeit macht, ist meiner Ansicht nach der Denkaufwand beim Training groß.

Hier ein paar Ideen, die ich umzusetzen versuche:

Pat Parelli – die sieben Spiele:

1981 gründete der US-Amerikaner Pat Parelli sein Ausbildungsprogramm, welches er “Parelli Natural Horsemanship” nannte. Seit 1993 ist seine Frau Linda Parelli mit dabei und hat das Konzept in den vergangenen Jahren massgeblich mitgeprägt. Der Fokus des Parelli Programms liegt nicht in erster Linie auf dem Training von Pferden; vielmehr steht die Ausbildung des Menschen im Vordergrund. (Zitat: www.parelli-instruktoren.com)

Genau dieses Konzept hat mir so gut gefallen. Und in der Ausführung stimmt es wirklich. Skippy hatte ja eine schwierige Zeit, da ließ er sich nicht führen, er wurde ständig bei der Arbeit unglaublich hektisch. Ich bekam Angst. Als ich das Konzept der sieben Spiele erlernt habe, habe ich gemerkt, wie viel Kopfarbeit beim Pferd ausmacht. Und ich habe auch gelernt, wieviel die Kopfarbeit bei mir ausmacht. Das richtige Atmen, die Energie fließen lassen, keine Anspannung aufkommen lassen. Skippy und mir hat das sehr viel geholfen.

Dualaktivierung

Ich nenne das gerne, das Training mit den beiden Farben. Gelb und Blau steht im Vordergrund. Durch diese Art des Trainings wird nicht nur der Kopf, sondern auch der Körper des Pferdes beschäftigt. Es wird longiert – aber durch die Dualgassen in gelb und blau – wird der Muskeltonus des Pferdes zusätzlich trainiert. Rechte und linke Gehirnhälfte werden besser verbunden.

 

Spazierengehen

Mir werden jetzt sicher professionelle Trainer widersprechen, aber ich finde, dass spazieren gehen mit dem Pferd sowohl für die Kopfarbeit als auch für den Körper des Pferdes gut ist. Zusätzlich wird die Fitness des Pferdebesitzers trainiert. Wenn ich mit Skippy einen längeren Spaziergang mache, sieht er einiges, es geht mal bergauf, mal bergab. Die Eindrücke, die das Pferd am Platz nicht oft hat, wie zum Beispiel Autos, Radfahrer oder Spaziergänger, kommen auf das Pferd zu und werden verarbeitet. Für den Muskelaufbau kann man zum Beispiel Seitwärtsgänge genau so gut üben wie auf dem Platz.

Und für Eure Fortschritte habe ich noch das Pferdetraining Tagebuch für Euch – egal ob für Reiten oder Bodenarbeit.

Viel Spaß mit Euren Pferden

Eure Andrea Waldl

www.pferd-als-lehrer.at

Mai 6, 2019
von Andrea Waldl
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Das Pferdetraining Tagebuch

Wie ich ja schon des Öfteren erwähnt habe, reite ich meinen Skippy nicht mehr. Am ersten Mai wurde er 25 und damit ist er schon kein junges Pferd mehr. Gerade bei älteren Pferden ist es schwierig einen guten körperlichen Standard zu erhalten. Noch schwieriger ist es, wenn das Pferd nicht geritten wird.

Mit Skippy mache ich deswegen regelmäßig Bodenarbeit, Longierarbeit, Cavaletti etc. alles was vom Boden aus geht. Wir gehen auch spazieren, damit er auch die Gegend sieht. Grundsätzlich ist Bewegung immer gut.

Aber kennt ihr das auch? Wie sehe ich die Fortschritte im Training? Was habe ich letzte Woche ausprobiert und was hat besonders gut oder auch schlechter geklappt. Ich vergesse sowas oft recht rasch. Bei den Fortschritten ist bei mir auch immer viel Einbildung dabei, mal habe ich das Gefühl er kann sich besser dehnen, mal kommt mir vor, das geht ganz schlecht.

Leider bin ich auch der Typ, der dann immer das Gleiche macht. Das bringt Skippy dann nur sehr wenig Abwechslung.

Dann gibt es noch das Thema – wann kommt der Schmied das nächste Mal, oder wann muss er geimpft werden, wann die nächste Wurmkur? Bei uns im Stall merkt sich diese Sachen Gott sei Dank die Frau, die unsere Pferde betreut. Das finde ich immer total bewundernswert, wenn sie zu mir sagt: nächste Woche kommt der Schmied zu Skippy (mein Schmied plant das Pferd automatisch ein, wenn nichts besonderes anliegt, brauche ich keinen Termin zu vereinbaren).

Sie weiß sogar, welche Medikamente er wann bekommen hat und ob er die gerne gefressen hat oder nicht. Ich muss mir solche Dinge immer aufschreiben. Deswegen habe ich mir jetzt etwas einfallen lassen.

Bisher habe ich immer einen Block oder ein Schulheft verwendet, das ich mir selbst “zusammengebastelt” habe. Ich habe mir die Zeit genommen, um dieses Pferdetraining Tagebuch zusammenzufassen und es zu veröffentlichen.

Durch den immerwährenden Kalender, könnt ihr es wiederverwenden, vor allem die Impftermine. Ihr könnt es jedes Jahr von neuem beginnen. Da ist Platz für Fütterung, Turniertermine, Trainingstermine und für Eure Fortschritte.

Es würde mich freuen, wenn Ihr einfach mal reinschaut.

Ich bin gespannt, ob es Euch gefällt.

Eure Andrea Waldl

März 19, 2019
von Andrea Waldl
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Die Koppelzeit beginnt

Wie jedes Jahr beginnt wieder die Zeit, in der die Pferde länger auf den Koppeln sind. Weil das Wetter eindeutig auf Frühling eingestellt ist, nimmt auch die Zahl der Spaziergänger zu.

Für uns Menschen ist es schön, Pferde auf den Koppeln zu beobachten. Vor allem für Kinder ist es eine nette Abwechslung beim Spaziergang, wenn Sie auf Tiere treffen und diese beobachten können. Unsere Pferde sind eine schöne Kulisse für manche Spazierwege.

Doch wie jedes Jahr birgt auch das schöne Wetter und die vielen Menschen, die unterwegs sind, für unsere Pferde eine große Gefahr! Spaziergänger, die es nur gut meinen, gehen an Koppeln mit Pferden vorbei und füttern sie.

Fremde Pferde zu füttern, ist leider sehr oft eine große Gefahr für die Gesundheit der Pferde. Menschen, die sich nicht auskennen, glauben, dass sie damit den Pferden etwas Gutes tun. Das Gegenteil ist der Fall. Viele unserer Pferde leiden ebenso wie wir Menschen, an Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Vor allem die Fütterung durch Fremde mit Brot, Äpfeln, Karotten oder ähnlichem stellt eine Gefahr dar. Am besten weiß der Besitzer bescheid, was das Pferd fressen darf und was nicht. Falsches Futter und leider auch falsch verstandene Tierliebe kann, wie bei Pferden, die gerade noch so lieb geschaut haben, sogar zum Tod eines Tieres führen.

Unsere Pferde verhungern nicht, wenn man sie auf der Koppel nicht füttert!

Wenn Sie – lieber Spaziergänger – ein Pferd auf einer Koppel sehen, das Ihnen zu dünn vorkommt, so informieren Sie bitte den meist nebenliegenden Stall, einen Tierarzt oder den Tierschutz. Denn gerade bei schlecht ernährten Pferden, ist unsachgemäße Fütterung noch gefährlicher.

Wir Pferdebesitzer freuen uns sehr darüber, dass Ihnen unsere Pferde gefallen und auch am Herzen liegen. Doch bitte – füttern sie diese nicht. Abgesehen vom möglichen gesundheitlichen Schaden für das Pferd, besteht natürlich auch die Gefahr, dass das Pferd beißt. Und bitte gehen Sie dabei mit gutem Beispiel Ihren Kindern voran. Wenn wir bei unseren Pferden sind, sind wir nur allzu gerne bereit, unsere Pferde auf Anfrage streicheln zu lassen. Ohne “Aufsicht” kann das aber immer gefährlich sein – schaut das Pferd auch noch so brav sein.
Bitte helfen Sie mit, unsere Pferde vor Krankheit oder Schlimmerem zu bewahren und füttern Sie sie nicht!

Eure Andrea Waldl

www.pferd-als-lehrer.at

Dezember 7, 2018
von Andrea Waldl
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Alle Jahre wieder….

Nach dem sehr schönen Sommer und einem warmen, sonnigen Herbst ist es nun doch passiert – es ist Winter geworden. Komisch, jedes Jahr das gleiche. Bei uns ist es nicht so kalt okay, aber wir hatten schon Schnee. Was aber egal ob es sehr kalt ist oder eher warm uns alle betrifft, ist, dass es früh dunkel wird. Es gibt auch neblige Tage.

Was bedeutet das für uns Reiter?

Wir gehen natürlich nach wie vor ausreiten. Das Wetter ist uns ja egal ;-). Da kann es schon mal passieren, dass die Dämmerung uns überrascht. Selbstverständlich bewegen wir unsere Pferde auch wenn es neblig ist. Oder wir bringen sie auf die Koppel an nebligen Tagen. Bei vielen Stallungen muss dazu die Straße benutzt werden. Und dann sind wir mit unseren Pferden nicht die einzigen Verkehrsteilnehmer. Autos, Motorräder, Fahrräder – sie alle fahren mit Licht und werden so auch von den anderen Verkehrsteilnehmern gesehen. Unsere Pferde und wir selbst sind hingegen unbeleuchtet. Das heißt leider, dass wir für die anderen Verkehrsteilnehmer nur schwer zu sehen sind, auch wenn unsere Pferde groß sind. Für alle Pferde gilt, dass sie im Dunkeln, in der Dämmerung oder bei Nebel nur schwer für andere zu sehen sind. Da ist es egal, ob das Pferd weiß oder schwarz ist. Übersieht uns ein Autofahrer oder ein Mopedfahrer, kann es schon zu spät sein.

Was aber können wir Reiter für mehr Sicherheit tun?

  1. Wichtig vor allem wenn es früh dunkel wird oder neblig ist – die Pferde und uns Reiter ausreichend zu kennzeichnen. Dazu gibt es ausreichend Zubehör wie: Warnwesten, Reflektoren, Reflektordecken, Reflektorbandagen etc.. Auf den Reitstiefel kann auch ein batteriebetriebenes Licht gesteckt werden.
  2. Handzeichen geben, die Autofahrer aufmerksam machen, dass sie langsamer fahren sollen.
  3. Wenn am Straßenrand Platz ist, so gut wie möglich ausweichen.


Tipps für Autofahrer:

  1.  behandelt uns mit den Pferden bitte als wären Kinder am Straßenrand (Pferde können auch manchmal unberechenbar sein).
  2.  haltet genügend Abstand, so fühlt sich das Pferd nicht bedrängt. Oft reicht ein kleiner Schritt des Pferdes zur Seite, dass es zu einer Kollision kommt.
  3. Geschwindigkeit verringern. Wir sind alle keine Notärzte im Einsatz, die so schnell wie möglich an ihr Ziel kommen müssen. Daher bitte  langsam und mit ausreichend Abstand vorbeifahren.
  4.  AUF KEINEN FALL HUPEN!!!!!

Wenn wir alle unser Bestes tun – wir Reiter und auch die anderen Verkehrsteilnehmer, dann erhöhen wir die Sicherheit von uns allen.

Bitte nehmt alle Rücksicht! – DANKE

Hier noch ein paar Tipps was man tun kann, wenn schon etwas passiert ist.

Eure Andrea Waldl