Pferd als Lehrer

Wie mein Pferd mein Coach wurde

September 6, 2018
von Andrea Waldl
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40 Jahre im Sattel

Heuer werde ich 50. Im Alter von 10 Jahren habe ich zu reiten begonnen. Das heißt, ich bin echt schon sehr lange den Pferden verfallen. Meine Eltern dachten anfänglich: naja in der Pubertät geht das schon vorüber. Aber nichts da! Flicka, eine damals 12 jährige Stute (gleich alt wie ich),  kam und ich hörte nicht auf zu reiten, ganz im Gegenteil. Dann kam das Studium. Weil das Pferd in Kärnten war und ich in Wien studierte, beschränkte sich das Reiten auf die Ferien. Flicka war auch schon alt und stand auf einer schönen Weide und wurde gut betreut. Flicka starb mit 33 Jahren.

Flicka und ich – wir beide waren 12

Es gab aber nie eine Zeit, in der ich „ohne Pferd“ war. Als sich herauskristallisierte, dass ich mein weiteres Leben im Osten Österreichs verbringen werde, kam mir der Zufall zu Hilfe. Ich hatte einen Arbeitskollegen, der einige Fohlen von Deutschland geholt hat. Und mein Skippy war dabei! Das war vor 24 Jahren. Ja und die Geschichte kennt ihr ja!

Das erste Mal ein so junges Pferd, das erzogen und eingeritten werden muss. Wir sind dabei gemeinsam durch einige Höhen und Tiefen gegangen. Ich könnte euch da Geschichten erzählen….

Mein Leben mit Skippy verlief enorm bewegt, dagegen war das Leben mit Flicka sehr ruhig. Skippy machte es immer wieder spannend. Einiges davon war ja hier schon zu lesen.

Selbst nach meinem schweren Unfall hörte die Lust zu reiten nicht auf. Gut auf Skippy getraue ich mich nicht mehr, aber es gibt genug andere Pferde, die zu reiten sind. Jetzt bin ich ja schon 50 und bekomme alle möglichen Wehwehchen wenn ich nicht reite. Vor allem bekomme ich Kreuzschmerzen. Für mich heißt es also regelmäßig rauf aufs Pferd. Und ich genieße es jedes Mal.

Es ist natürlich anders, wenn man sein eigenes Pferd nicht mehr reitet. Ich hatte früher schon ab und zu einfach keine Lust dazu und musste trotzdem, damit er nicht zu lange steht. Skippy war dann immer schwierig zu reiten. Jetzt ist es so, dass ich einfach nur dann reite, wenn ich Lust dazu habe und das ist enorm entspannend. Und es ist jedesmal schön.

Wie lange sitzt ihr schon im Sattel?

Ich freue mich auf Eure Kommentare

Eure Andrea Waldl

Juli 12, 2018
von Andrea Waldl
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Mit dem Pferd dem Stress entfliehen

Ich bin selbständig berufstätig, Mutter eines Sohnes – ja und ich habe auch sonst noch so manche Interessen. Manchmal fühle ich mich mehr als gestresst. Da brauche ich dann dringend eine Auszeit. Damit beginnt aber der Stress schon wieder. Wie schaufle ich mir am besten Zeit frei?

An solchen Tagen ist es für mich eine Wohltat, wenn es sich endlich ausgeht zu Skippy zu fahren. Fast wie von selbst werde ich ruhiger wenn ich in sehe. Er liebt es, wenn ich etwas mit ihm mache, er ist schon aufgeregt, wenn ich nur das Halfter rauf tue und wartet dann geduldig, bis ich ihn aus der Box führe.

Endlich ist es dann soweit und wir gehen eine Runde durch den Wald. Der ganze Stress fällt von mir ab.  Mein Kopf, ich habe manchmal das Gefühl, ich denke die ganze Zeit, wird leer. Meine Konzentration ist nur mehr bei Skippy und dem Weg, den wir gehen. Für Skippy ist ein Spaziergang eine Trainingsaufgabe. Er wird ja nicht mehr geritten und daher ist es für ihn besonders wichtig, dass er aus seiner gewohnten Umgebung raus kommt. Beim Reiten ist es einfacher, verschiedene Reize für das Pferd zu schaffen, so dass es lernt ruhig zu bleiben. Mit Spaziergängen kann man das genau so gut machen, man selbst ist halt mehr zu Fuß unterwegs. Ich versuche mit ihm, immer wieder die Strecken zu variieren. Je nach dem, ob uns mein Hund begleitet, geht die Strecke durch den Wald, über Feldwege oder durch den Ort. Den Radius bestimme ich, da ist der Zeitfaktor natürlich ausschlaggebend.

Das gemeinsame Spazierengehen fördert unser gegenseitiges Vertrauen und den Respekt füreinander. Manchmal spüre ich richtig, wie Skippy und ich dabei noch stärker zusammenwachsen.

Für mich persönlich ist so ein Spaziergang Stressabbau pur. Kein Telefon läutet, keiner will etwas von mir, es zwitschern einfach nur die Vögel. Und Skippy ist ganz bei mir. Dabei habe ich manchmal das Gefühl, er saugt den Stress aus mir raus. Durch die Konzentration auf ihn, fällt alles andere von mir ab. In dieser Zeit haben weder Sorgen noch Ängste Platz, es gibt nur den gemeinsamen Weg.

Durch die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd wird der Mensch ruhiger. Der Focus verändert sich. Es geht nur mehr darum, den Weg zu bewältigen. Das Pferd mit seinen feinen Instinkten reflektiert sehr genau, wie der Mensch sich fühlt, und es hat die Gabe, negative Gefühle aufzunehmen. Wenn ich mich schwach fühle und mit Skippy spazieren gehe, fühle ich mich danach stärker. Wenn ich mental müde bin, fühle ich mich danach munterer und frischer.

Skippy ist meine persönliche Burn Out Prävention, die Arbeit mit ihm bringt mich zur Ruhe.

Versucht es selbst mal mit Euren Pferden

Ich freue mich, von Euren Spaziergangs-Erlebnissen zu hören

Eure Andrea Waldl

April 27, 2018
von Andrea Waldl
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12. Georgiritt 2018 – Reitverein Alte Mühle Dörfles

Am 22. April fand der 12. Georgiritt des Reit- und Fahrvereins Alte Mühle Dörfles statt. Bei Kaiserwetter durften wir fast 50 Pferde begrüßen, die mit uns den Ritt und die Fahrt nach Maria Kirchbüchl zur Pferdeweihe antraten. Kutschen und Reiter begaben sich auf den Weg durch Willendorf zur Kirche Maria Kirchbüchl in Höflein. Dort fand die traditionelle Pferdeweihe statt.

Das traditionelle Kranzlstechen nach der Pferdeweihe gewann Otto Stadlmann aus Höflein. Das bescherte ihm auch den lang ersehnten Wanderpokal. Den bekommt man, wenn man drei mal das Kranzlstechen gewinnt. Otto Stadlmann hat das geschafft. Lieber Otto herzlichen Glückwunsch!

Alle Kutschen, Pferde, Reiter kamen wohlbehalten wieder daheim an.

Danke an alle Teilnehmer, Ihr macht den Georgiritt jedesmal zu einer gelungenen Veranstaltung.

Hier die Bilder zum Download

 

März 30, 2018
von Andrea Waldl
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Dieses eine Pferd…

Dieser Artikel stammt nicht von mir, er ist von Horse Human Harmony – ich verwende diese Worte, weil sie mir aus der Seele sprechen!

Es kommt irgendwann ein Pferd in dein Leben und sagt dir „Ich bin anders“. Deine erlernten Mechanismen und antrainierten Verhaltensweisen funktionieren bei allen Pferden, nur bei diesem einen Pferd nicht!

Davon mal abgesehen, das jedes Pferd ein Individuum ist und kein Pferd zweimal auf dieser Welt ist, gibt es Pferde die dich zur Verzweiflung treiben, dem Wahnsinn nahe bringen und Dich letztlich zum Umdenken auffordern.

Dieses eine Pferd – das Pferd deines Lebens!

Es gibt Pferde die kommen zu dir. Sie suchen dich aus und du kannst der Magie die du fühlst nicht entgehen. Du wirst der „Besitzer“ dieses Pferdes, weil du spürst, dass ihr füreinander auf dieser Welt seit. Es ist eine besondere, eine magische Verbindung. Dieses Pferd bringt dich auf den Weg nach Hause, den du dir schon so lange ersehnst!

Aber: Dieses Pferd bringt dir viele Stolpersteine in dein Leben! Umdenken, alte Muster verlassen und eigene Schattenseite anerkennen. Es tut manchmal Scheiße weh, es werden Tränen geweint und Emotionen gelebt. Wünsche werden „dem Pferd zuliebe“ fallen gelassen – Zäumung, Sattel und Haltungsbedingungen geändert. Menschen beginnen die Pferdesprache zu lernen, anstatt auf Turniere zu gehen. Prioritäten verlagern sich, Reitweisen ändern sich – für dieses eine Pferd!

Ich danke hiermit allen Pferden die ihren Menschen den Weg zeigen! Manche flüstern, manche reden und andere Schreien, damit Ihre Menschen ihnen zu hören. Bei manchen Menschen ist es leider vergebens, aber oft funktioniert es. Ich habe den Eindruck es klappt immer öfter. Die Menschen zeigen mehr Bereitschaft sich alternativen Methoden zu öffnen und immer mehr „sehen“, dass einige Dinge in dieser Zeit in dieser Pferdewelt im Argen liegen!

Ich danke allen Pferden die es geschafft haben und noch schaffen werden, ihren Menschen das Herz zu öffnen, den letztlich begeben sich diese Menschen auf eine abenteuerliche Reise, die sie sehr viel mehr zu sich selbst bringen wird, als sie das am Anfang glauben.

Der Weg zur Einheit und Harmonie mit dem Pferd, bringt dich zu dir zurück.
Er bringt dich nach Hause!

Schau in die Augen deines Pferdes und
du wirst dich selbst erkennen!

Horse Human Harmony, 05.02.2016

März 8, 2018
von Andrea Waldl
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Wenn ich Skippy nicht hätte…….

Seit ich Skippy nicht mehr reite, habe ich ständig die Diskussionen, warum ich das Pferd behalte. Eigentlich kostet er ja nur Geld. Da Skippy immer schwierig war, höre ich auch oft, dass ich viel mehr Freude gehabt hätte, wenn ich mir damals also vor über 23 Jahren, ein anderes Pferd gekauft hätte. So nach dem Motto, wenn ich ein braves Pferd gehabt hätte…..

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So einfach kann man das nicht beantworten. Skippy hat mich ausgesucht. Ich werde nie vergessen, als ich diesen kleinen gescheckten Kerl das erste Mal sah. Er hat mich mit seinem blauen Auge angeschaut, und es war um mich geschehen. Ein anderes Pferd wollte ich nicht.

Aber was wäre wirklich ohne Skippy passiert. Oder besser, was hat mir Skippy „gebracht“?

Das kann ich natürlich nicht wissen, aber ich weiß was durch Skippy alles passiert ist und was mir dieses Pferd alles an Gutem gebracht hat.

Nahezu mein gesamtes soziales Umfeld kommt durch Skippy. Durch das Reiten habe ich enorm viele Leute kennen gelernt und sehr gute Freunde gewonnen, die mich seit Jahren durch alle Höhen und Tiefen begleiten. Ihr werdet jetzt sagen, dass wäre mit jedem anderen Pferd genauso gewesen. Ich denke aber nicht. Dadurch dass ich oft Probleme mit ihm hatte, habe ich mich vielen Menschen sehr geöffnet. Diese Menschen haben mit mir gemeinsam überlegt, wie man Abhilfe schaffen kann. Sehr viel Wohlwollen habe ich dadurch erfahren.

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Ich habe Kurse gemacht. Ohne Skippy hätte ich mich zum Beispiel im Bereich Bodenarbeit nicht so stark weiter gebildet. Unzählige Trainingsstunden hätte ich nicht genommen. In sehr vielen reiterlichen Bereichen hätte ich mich gar nicht weiter entwickelt. Ich hätte kein tolles Reining Pferd gemietet, und das toll geritten. Den Cutting Kurs hätte ich auch nicht gemacht. Kein Distanzreiten.Viele Erlebnisse hätte ich nicht gehabt.

Meine Persönlichkeitsentwicklung wäre sicherlich auch stehen geblieben. Durch die Arbeit mit Skippy habe ich auch für meine eigene Stärke viel dazu gelernt. Aus dem, was ich mit Skippy lernen durfte, die Erfolge, die ich mit ihm hatte, haben mir viel Rückhalt für mein tägliches Leben gegeben.

In Krisenzeiten war er immer mein „Rückzugsgebiet“. Ein Ort, ein Pferd, das meine Insel war und ist. Er hat Potentiale in mir geweckt, die ich nie für möglich gehalten hatte.

Ich wäre nicht mal Gemeinderätin geworden. Weil ich den Menschen, der mich dazu gebracht hat, der ist auch ein Kontakt, den ich durch Skippy und seine Andersartigkeit habe.

Abschließend kann ich sagen – Skippy hat mir viel gebracht und wird mir noch viel bringen. Er ist jetzt 24 Jahre alt, da er total gesund ist, nehme ich mal an, dass ich ihn wahrscheinlich noch 10 Jahre haben werde. Ich werde mit ihm jede Herausforderung meistern. Ich freue mich schon auf viel gemeinsame Zeit!

Eure

Andrea Waldl

 

 

Februar 22, 2018
von Andrea Waldl
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Pferde helfen Menschen

Ich möchte Euch heute hier einen ganz speziellen Verein vorstellen. Bei uns im Stall stehen drei Therapiepferde. Diese Pferde helfen Kindern und Erwachsenen, leichter durch´s Leben zu gehen. Schwere Schicksale werden durch den Umgang mit den Pferden erleichtert. Mein Anliegen ist es, diesen Verein noch mehreren Menschen näherzubringen:

Verein Sonnenschein

„Zwei Beine tragen mich durchs Leben, aber 4 Beine meine SEELE“

Der gemeinnützige Verein Sonnenschein zur Förderung der tiergestützten Therapie mit Sitz im südlichen Niederösterreich wurde im November 2017 gegründet und hat es sich zum Ziel gemacht einkommensschwache Familien, insbesondere Kinder und Jugendliche finanziell zu unterstützen und ihnen tiergestützte Therapie zu ermöglichen.

Aktuell sind drei ausgebildete Therapiepferde, die sich in ihrem Stall in Dörfles/Willendorf, im Reitverein zur alten Mühle sehr wohl fühlen, im Einsatz. Auch die im Reitstall ansässigen Katzen sind neben Kuschelpartnern, auch Seelentröster und geben den Kindern Halt und Sicherheit. Die Reitanlage ist perfekt auf die Bedürfnisse der Familien abgestimmt, neben einem großen eingezäunten Viereck und Round Pen (Rundkorall), gibt es zahlreiche Reitwege um mit den Kindern die Natur zu erkunden.

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Reittherapie kann bei Unsicherheiten, (sozialen) Ängsten, psychosomatischen Beschwerden, wie Kopfschmerzen, Schwindel, Schlafproblemen, usw. helfen.

Aktuelle Studien belegen den nachweislichen Effekt der tiergestützten Therapie auf Körper und Geist, Stresshormone sowie Blutdruck werden gesenkt. Durch das Getragen werden auf dem Pferderücken können Kinder und Jugendlichen auch in Krisensituationen wie z.B. bei Verlusterlebnissen und  Unfällen unterstützt werden.

Wir freuen uns über Ihre Unterstützung unter:

Verein Sonnenschein, ZVR 1198255842

Konto Sonnenschein AT302011183815265700

Erste Bank Wr. Neustadt

Gerne beantworten wir ihre Fragen und weitere Unterstützungsmöglichkeiten unter

verein_sonnenschein@gmx.at, 0677/61391018

 

Liebe Leute, vielen von uns wissen ganz genau, wie gut es der Seele tut, wenn wir mit unseren Pferden Zeit verbringen können. Bitte ermöglicht Kindern, die das Seele streicheln, dringend brauchen würden, den Umgang mit den Tieren. Leider können sich das viele Eltern nicht leisten. Mit Eurer Unterstützung kann noch mehr Kindern geholfen werden.

Danke

Eure Andrea Waldl

Oktober 24, 2017
von Andrea Waldl
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10 Sekunden für mehr Sicherheit

10 Sekunden für das Anlegen der Kopfsicherung bei einem verunfallten Pferd. Länger dauert es nicht. Wir haben in unserem Stall das Glück, dass unsere Feuerwehr einen Kurs in Pferderettung – Großtierrettung bei www.animalrescue.at gemacht haben. Auch wir Einsteller haben diesen Kurs besucht. Jetzt sind unsere Pferde und wir Reiter gut aufgehoben, wenn es zu einem Unfall kommt. Und zu Unfällen mit Pferden kommt es leider öfter als man denkt. Schon 1 Woche nachdem die Feuerwehr den Kurs gemacht hat, gab es wieder einen Unfall, von einem Nachbarn des Stalls hieß es: ein Pferd liegt im Graben. Das Pferd konnte sich Gott sei Dank selbst befreien. Die Reiterin hatte eine Gehirnerschütterung und Rippenprellungen.

Ein Kurs bei animalrescue.at kann viel dazu beitragen, den Umgang mit Pferden sicherer zu gestalten. Einen Tipp möchte ich Euch noch mitgeben: bitte keine Pins im Handy, wir konnten niemandem aus dem Umfeld der verunfallten Reiterin informieren, da sie einen Pin im Handy hatte und den nicht mehr wusste. Es gibt auch die Möglichkeit wichtige Nummern als ICE Nummern einzugeben – In Case of Emergency – gilt nicht nur für Reitunfälle.

 

Anmelden könnt Ihr Euch unter www.animalrescue.at
Eure
Andrea Waldl
Ein paar Empfehlungen, das sollte jeder Reiter mit sich führen

Oktober 14, 2017
von Andrea Waldl
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Pferdetraining versus Hundetraining

Seit Ostern habe ich wieder einen Hund. Meine süße Coco ist super niedlich und auch sehr klein, nicht größer als ein Chihuahua. Sie kann ganz süß und unschuldig dreinschauen. Das war´s dann aber auch schon. In Wirklichkeit ist Coco ein richtiges Alpha-Tier und schert sich relativ wenig darum, was ich will. Jetzt, mit 8 Monaten, sollte Sitz und Platz kein Problem sein. So ist es aber leider nicht. Auch sollte sie zu mir kommen, wenn ich sie rufe und sich anleinen lassen – auch das klappt nicht verlässlich.

Nach jahrelangem Parelli-Training mit Skippy habe ich gedacht, dass ich das mit Coco schon gut hinkriegen werden. Die Erkenntnis: Pferdetraining ist ganz anders als Hundetraining. Wenn ich mit dem Pferd trainiere, gehe ich hin und mache das ca. 1 Stunde, den Rest des Tages ist das Pferd eh beschäftigt, mit Koppel, oder fressen oder schlafen. Das heißt für mich konkret, ich brauche nur diese eine Stunde auf meine Körperhaltung und den gesamten Umgang mit dem Pferd achten, und auch nur in dieser Zeit meine eigene Konzentration aufrecht halten.

Beim Hund ist das anders. Mein lebt ist fast 24 Stunden am Tag neben mir und beobachtet mich, was ich tue und wie ich es tue. Das heißt, ich muss im Umgang mit Coco ständig darauf achten, was ich tue und wie ich das tue. Ich war zum Beispiel der Meinung, dass wenn sie nur lang genug an der Leine zieht, sie dann mal kurz nachlässt und ich sie lobe, dass das der richtige Trainingsschritt ist. Weit gefehlt. Beim Pferd hat das funktioniert, beim Hund nicht. Coco zieht noch immer an der Leine.

Ich habe viel ausprobiert und viel nachgedacht. Grundsätzlich sind das ja zwei ganz verschiedene Tierarten. Das Pferd ist ein Fluchttier und der Hund ist ein Jäger. Skippy ist eher ein unsicheres Tier, Coco strozt vor Selbstbewußtsein und ist komplett angstfrei.

Wie aber umgehen mit dem starken Charakter von Coco?

Ich muss das Alpha Tier sein. Das musste Skippy lernen und das muss auch Coco lernen. Und eines muss ich mir auch immer wieder vor Augen halten: bei Skippy hat das Training auch nicht nur ein paar Monate gedauert, und ich musste sehr konsequent sein. Jetzt mit Coco gilt dasselbe. Wir machen zwar täglich kleine Fortschritte, aber die sind teilweise winzig.

Nach einiger Arbeit und sehr viel Beschäftigung läuft es täglich besser. Wir werden ein Team.

Jetzt muss Coco nur noch daran gewöhnt werden, beim Reiten mitzugehen.

Viel Spaß mit Euren Hunden und Pferden

Eure Andrea Waldl

August 11, 2017
von Andrea Waldl
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Ein schrecklicher Unfall

Erste Hilfe für Mensch und Pferd

Von so einem Szenario haben wir alle schon gehört, oder wir haben es sogar schon selbst erlebt. Ein Sturz beim Ausreiten – Pferd und Reiter sind verletzt. Bei diesem Kurs wird gelehrt, wie man sich im Notfall richtig verhält und richtig Hilfe leistet. Ich kann den Kurs nur weiter empfehlen.

Emergency First Responder Animal and Man (EFRAM)

2014 Breitenwaida

Quergasse 384, Kulturhaus Breitenwaida

19.8.2017 09:00-17:00 Uhr

120€

Kursleiter: Dr.med.vet. Christoph Peterbauer, Veterinäranästhesist

Vortragende: Christoph Peterbauer, Mario Artlieb (Rettungssanitäter)

Ein schrecklicher Unfall….der Reiter liegt schwer verletzt zwischen den Bäumen, das Pferd steckt in einem Wassergraben fest!!!

Wüssten Sie, was zu tun ist, um sowohl dem Reiter als auch dem Pferd zu helfen? Worauf müssen Sie achten, um weitere Schäden zu verhindern? Wer ist zu alarmieren? Was können Sie direkt vor Ort tun und was sollten Sie möglichst unterlassen?

Auf alle diese Fragen geht dieser 8-stündige Notfall-Kurs ein. Die Teilnehmer werden in Gruppen aufgeteilt und lernen anhand von nachgestellten Szenarien das korrekte Verhalten bei Unfällen mit Pferden, üben gegenseitig Notfallmaßnahmen am Menschen und erlernen die Grundlagen der technischen Pferderettung anhand unseres Dummys „Biscuit“.

Am Ende des Tages sollten Sie sicher mit solchen Unfällen umgehen und verletzten Menschen Erste Hilfe leisten können. Durch umsichtige Planung und schonende Durchführung der Pferderettung können Sie sowohl den Wert des Tieres erhalten und psychische Folgeschäden verhindern, als auch Zuschauer und Helfer vor Verletzungen schützen.

Da dieser Kurs zum Großteil im Freien stattfindet, bitten wir Sie, geeignete Kleidung sowie Arbeitshandschuhe und feste Schuhe mitzubringen. Infos unter: office@animalrescue.at.

 

 

Juli 3, 2017
von Andrea Waldl
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FÜTTERN VERBOTEN

Jedes Jahr ist dieses Thema brandheiß! Das Wetter wird besser und die Pferde sind länger auf den Koppeln oder den Weiden. Zum größten Teil sind die Pferde unbeaufsichtigt.

Das schöne Wetter zieht auch Spaziergänger ins Grüne. Unsere Pferde sind eine schöne Kulisse für manche Spazierwege. Die meisten Koppeln sind mit Hinweisschildern versehen – BITTE NICHT FÜTTERN!!!
Leider passiert so etwas immer wieder. Spaziergänger, die es nur gut meinen, gehen an Koppeln mit Pferden vorbei und füttern sie. Auch in unserem Stall sind an den Koppeln Hinweisschilder angebracht. Wir hoffen alle, dass diese auch nützen, denn unsere Pferde sind oft 8 Stunden am Tag auf der Koppel und sind dabei nicht immer unter Beobachtung.
Fremde Pferde zu füttern, ist leider sehr oft eine große Gefahr für die Gesundheit der Pferde. Menschen, die sich nicht auskennen, glauben, dass sie damit den Pferden etwas Gutes tun. Das Gegenteil ist der Fall. Viele unserer Pferde leiden ebenso wie wir Menschen, an Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Vor allem die Fütterung von Fremden mit Brot, Äpfeln, Karotten oder ähnlichem stellt eine Gefahr dar. Am besten weiß der Besitzer bescheid, was das Pferd fressen darf und was nicht. Falsches Futter und leider auch falsch verstandene Tierliebe kann, wie bei dem Pony, sogar zum Tod eines Tieres führen.
Unsere Pferde verhungern nicht, wenn man sie auf der Koppel nicht füttert!
Wenn Sie – lieber Spaziergänger – ein Pferd auf einer Koppel sehen, das Ihnen zu dünn vorkommt, so informieren Sie bitte den meist nebenliegenden Stall, einen Tierarzt oder den Tierschutz. Denn gerade bei schlecht ernährten Pferden, ist unsachgemäße Fütterung noch gefährlicher.
Wir Pferdebesitzer freuen uns sehr darüber, dass Ihnen unsere Pferde gefallen und auch am Herzen liegen. Doch bitte – füttern sie diese nicht. Abgesehen vom möglichen gesundheitlichen Schaden für das Pferd, besteht natürlich auch die Gefahr, dass das Pferd beißt. Und bitte gehen Sie dabei mit gutem Beispiel Ihren Kindern voran. Wenn wir bei unseren Pferden sind, sind wir nur allzu gerne bereit, unsere Pferde auf Anfrage streicheln zu lassen. Ohne „Aufsicht“ kann das aber immer gefährlich sein – schaut das Pferd auch noch so brav sein.
Bitte helfen Sie mit, unsere Pferde vor Krankheit oder Schlimmerem zu bewahren und füttern Sie sie nicht!

Eure Andrea Waldl