Pferd als Lehrer

Wie mein Pferd mein Coach wurde

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März 11, 2017
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Pferderettung

In unserem Ort gibt es fast so viele Pferde, wie Einwohner. Leider gab es gerade im Jahr 2016 immer wieder den Anlass, dass die Feuerwehr ausrücken musste, um Pferde zu bergen. Das hat unseren Verein im Vorhaben bestärkt, einen Kurs zum Thema Pferderettung anzubieten.

Am 20. Mai 2017 findet jetzt zu dem Thema bei uns in 2731 Dörfles zu dem Thema ein Kurs mit einem Spezialisten statt. Es kommt auch ein lebensgroßer Pferdedummy zum Einsatz, bei dem die Techniken geübt werden können.

Was bietet der Kurs:

Im Kurs wird Wissen über das Verhalten von Pferden in Notfall-Situationen, Risikomanagement und Einsatzstrategien bei Pferderettungen vermittelt und kann praktisch an einem Pferdedummy gefahrlos umgesetzt und trainiert werden. Sie erlangen damit die Fähigkeit, im Notfall schnell, sicher und effizient handeln zu können.

Die Ziele sind:

  • Das Bewusstsein für die Gefahren bei Pferderettungen durch Demonstrationen zu wecken.
  • Im Kurs anhand eines lebensgroßen Pferdedummies Gefahrenzonen aufzuzeigen und geeignete Techniken zur Pferderettung zu lehren. Dadurch wird im Ernstfall das Verletzungsrisiko der Helfer vermindert und die Sicherheit für alle Beteiligten erhöht
  • Den Umgang mit Pferden in Notfallsituationen zu zeigen.
  • Die Gesundheit eines Tieres nach einem Unfall durch umsichtige Planung und schonende Durchführung der Rettung zu erhalten.
  • Durch geeignete Ausrüstung und der Anwendung erprobter Rettungstechniken eine schonende, stress- und schmerzfreie Rettung für das Tier zu ermöglichen.

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Wenn Ihr nähere Infos wollt, bitte in die Kommentare schreiben, ich beantworte gerne alle Fragen.

Viel Gesundheit für Eure Pferde

Andrea Waldl

Februar 14, 2017
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Aber jetzt!

So faul wie diesen Winter war ich noch nie, was das Thema Reiten anbelangt. Ja Jesse war jeden Mittwoch dran. Aber Skippy habe ich total vernachlässigt. Ich hatte null Motivation. Eiskalt, neblig, dunkel – das ist das was dieser Winter für mich verkörpert.

Vor lauter Eis konnten wir mit den Pferden nicht mal bis zum Viereck, geschweige denn ausreiten gehen. Und so beginnt auch der Teufelskreis. Trotz täglichem Koppelgang werden die Pferde unruhig und unausgelastet. Skippy wird jedenfalls so. Wenn dann die Bodenverhältnisse schlecht sind, kann man kaum mal einen Meter in Ruhe mit ihm gehen. Bei eisigen Verhältnissen ist das unmöglich.

Notino.de

Aber jetzt!!!

Seit zwei Tagen ist es endlich wärmer, die Sonne kommt raus und ich verspüre wirklich Lust, mit Skippy zu arbeiten. Noch dazu steht ein weiteres Pferd auf meiner Liste – Cisco. An sie muss ich mich schön langsam gewöhnen, denn ihre Besitzerin bekommt ein Baby und ich habe dann sozusagen ein neues Mitreitpferd. Chayenne von Conny habe ich ja schon, jetzt kümmere ich mich um alle Paints im Stall.

Und dafür brauche ich ganz viel Motivation. Ich freue mich schon, aber bei drei Pferden wird es auch notwendig, nicht nur bei Sonnenschein was zu tun.

Ich freue mich auf´s Frühjahr und ganz viel Motivation für die Gescheckten!

Eure Andrea WaldlIMG-20150502-WA000420160225_08100420160410_104209

Dezember 29, 2016
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Rückschau

Das Jahr neigt sich dem Ende und alle halten Rückschau. Ich auch. Für mich geht ein reiterlich interessantes und sehr bewegtes Jahr zu Ende. Ich habe für mich wichtige und gute Entscheidungen getroffen. Entscheidungen, die mir selbst sehr getan haben und das noch tun.

Skippy: Letzte Woche habe ich Skippy´s Sattel zum Verkauf gegeben. Damit habe ich endgültig das Thema – ich reite Skippy wieder – abgeschlossen. Er ist jetzt ganz offiziell in Pension. Skippy gefällt die Entscheidung auch. Bei der Bodenarbeit ist er super brav und willig. Sein Headshaking hat fast ganz aufgehört. Ich habe den Eindruck, dass er noch nie so entspannt war wie jetzt. Mein Unfall mit ihm ist ganz tief in meinem Kopf, deswegen denke ich nicht, dass ich je wieder entspannt und selbstbewußt auf ihm sitzen kann. Beim Reiten werde ich ihm nie wieder die Sicherheit aufbringen, die er braucht. Diese Gründe haben mich in meinem Entschluss bestärkt.

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Chayenne: Ein Pferd wie ein Fels in der Brandung. Ich kann mich nicht erinnern, auf ihr jemals Angst gehabt zu haben. Sie hat mir Sicherheit gegeben, als ich nach meinem Unfall wieder mit dem Reiten begann. Ihr unerschütterlicher Charakter nimmt mir alle Angst und Unsicherheit. Jeder Ausritt mit ihr ist ein Genuss. Genauso stelle ich mir reiten vor.  Danke an Conny – die mir immer beisteht, wenn ich unsicher werde – mir mit unerschütterlicher Geduld Chayenne sattelt, mir immer gute Ratschläge gibt und gemeinsam mit mir Lösungen sucht. Du hast soviel für mich getan.

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Jesse: Sie zu finden, war mein größtes Geschenk im Jahr 2016. Mit Jesse ist alles so einfach, so unkompliziert. Sie ist das einzige Pferd, das ich reite, das ich selbst satteln kann. Jesse hat mir gezeigt, dass ich noch Western reiten kann. Stopps und Spins – für sie alles kein Problem und für mich der größte Spass. Gemeinsam mit Gerald Freitag hatte ich mit ihr die Möglichkeit, altes Wissen auszugraben. Sie gibt mir Sicherheit und nimmt mir jede Angst. Endlich konnte ich einfach reiten, ohne zu überlegen, ob das Pferd heute unruhig ist, oder ob der Wind geht, es kalt ist oder sonnig. Danke dafür an Dani und Kathi!

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Johnny: Er war für mich eine ziemliche Herausforderung. Doch siehe da, ich habe es geschafft. Ich habe Angst überwunden, neue Techniken und bin ziemlich gut mit ihm zurecht gekommen. Mit ihm habe ich entdeckt, dass ich gar nicht so schlecht reite. Danke dafür an Ursula.

Ich wünsche Euch allen ein Gutes Jahr 2017, vor allem Gesundheit für Euch und Eure Pferde.

Eure

Andrea Waldl

November 11, 2016
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Die kalte Zeit

Bei uns regnet es jetzt fast jeden Tag. Wenn es nicht regnet ist es neblig und kalt. Durch die Zeitumstellung wird es um 17.00 Uhr finster.

Das sind alles Faktoren, die mir den Antrieb nehmen, mit meinem Pferd etwas zu tun.

Mein Pferd steht in einem Stall ohne Halle. Das heißt wir sind sehr abhängig vom Wetter. Ja ich kenne sie auch, diese Menschen, denen das egal ist. Aber mir ist es nicht egal. Nach einer regnerischen Woche, kann man bei uns nicht mal mehr das Viereck benutzen. Und bitte ja sicher, kenne ich diese Reiter auch, denen das egal ist und die einfach ausreiten gehen. Ich bin aber nicht so. Da mein Skippy ja kein Reitpferd mehr ist, ist das spontane Ausreiten nicht möglich. Spazieren gehen ist mühsam, da alle Wege gatschig und rutschig sind. Der Platz ist unter Wasser – also auch kein longieren möglich. Die nächste Hürde, die Pferde kommen erst so gegen 16 Uhr in den Stall, das heißt es wird gleich finster.

Ja meine Lieben – und ich weiß auch, dass das alles Ausreden sind. Aber für mich ist es ehrlich gesagt, enorm schwer, mich dann noch zu motivieren, mit dem Pferd etwas zu tun. Momentan belasse ich es dabei, Skippy den Gatsch regelmäßig runter zu striegeln um Platz für neuen Gatsch zu schaffen.

Wirklich bedauere ich aber gerade in dieser Zeit Reiter, deren Pferde im Offenstall stehen. Gatsch soweit das Auge sieht. Alles ist nass und dreckig.

Meine aufrichtige Bewunderung gilt jenen Reiter – und ich kenne manche davon sogar persönlich – die dem allen trotzen und täglich ihr Pferd bewegen. Es stimmt schon, es gibt kein schlechtes Wetter sondern nur die falsche Kleidung – trotzdem!!

Jetzt aber genug gejammert. Das Wetter ist so wie es ist, es wird dann dunkel, wenn es halt wird. Rein in die warmen Sachen, ab zum Pferd und es wird beschäftigt. Aber wie:

Klickertraining für Pferde:

Eine Variante, um die Pferde auch in der Box zu beschäftigen. Denn auch der Kopf spielt eine große Rolle.

Parelli Training:

Das ist auch eine Möglichkeit, das Pferd zu beschäftigen. Dabei kann man Dehnungsübungen einbauen, die auch den Körper mit trainieren:

Ich nehme mir als Ausweichplatz den Parkplatz vor dem Stall. Der ist bei uns Gott sei Dank asphaltiert. Also traben ist nicht möglich, aber ein paar Einheiten im Schritt sind kein Problem. Vorausgesetzt ich bin warm und regendicht angezogen:

Zugegeben für die Motivation raus zu gehen habe ich noch keine Lösung gefunden. Aber wir Pferdebesitzer haben da keine andere Möglichkeit als es einfach zu TUN!!!!!!
Viel Freude mit Euren Hottis

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Oktober 28, 2016
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Pferdekollision

Gerade habe ich wieder gelesen, dass es einen Autounfall mit einem Pferd gab. Eine Autofahrerin hat ein Pferd auf der Straße übersehen und ist mit dem Pferd kollidiert. Pferd und Reiterin wurden unbestimmten Grades verletzt.

Immer wieder kommt es im Straßenverkehr zu Unfällen mit Pferden. Viele Autofahrer unterschätzen den Abstand, den sie zu einem Pferd auf der Straße halten sollen. Oft fahren sie auch viel zu schnell vorbei.

Was aber können wir Reiter für mehr Sicherheit tun?

– Wichtig vor allem wenn es früh dunkel wird oder neblig ist – die Pferde und uns Reiter ausreichend    kennzeichnen – Warnwesten, Reflektoren, Reflektordecken
– Handzeichen geben, die Autofahrer aufmerksam machen, dass sie langsamer fahren sollen.
– Wenn am Straßenrand Platz ist, so gut wie möglich ausweichen

Tipps für Autofahrer:

– behandelt uns mit den Pferden bitte als wären Kinder am Straßenrand (Pferde können auch manchmal unberechenbar sein).
– Haltet genügend Abstand, so fühlt sich das Pferd nicht bedrängt. Oft reicht ein kleiner Schritt des Pferdes zur Seite, dass es zu einer Kollision kommt.
– Geschwindigkeit verringern. Wir sind alle keine Notärzte im Einsatz, die so schnell wie möglich an ihr Ziel kommen müssen. Daher bitte – langsam und mit ausreichend Abstand vorbeifahren.
– AUF KEINEN FALL HUPEN!!!!!
Liebe Autofahrer, nehmt Euch bitte die Zeit und fahrt langsam und mit genügend Abstand an unseren Pferden vorbei. Das erhöht nicht nur unsere Sicherheit, sondern auch Eure eigene. Nehmt Rücksicht! – DANKE

Eure Andrea Waldl

Oktober 17, 2016
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Sei freundlich zum Pferd

Unlängst habe ich bei einem Trail-Training zugesehen. Eine Bekannte von mir hat eine 3-jährige Quarterstute, die den Trail noch nicht wirklich kennt. Die Stute war total brav. Mir ist aufgefallen, dass sie unheimlich freundlich zum Pferd war. Während der Arbeit hat sie ihre Stute immer gelobt, gelächelt, weil es Spaß gemacht hat, zu sehen, wie die Stute sich bemüht.

Alle Pferdebesitzer, die ich kenne sind freundlich zu ihren Pferden. Doch gilt das auch immer beim Reiten? Beim Reiten vergessen wir oft auf die Freundlichkeit, die wir dem Pferd im Stall gönnen. Im Stall ist es ganz normal, zu kuscheln, zu streicheln und die eine oder andere Karotte zu füttern. Beim Reiten sind wir oft zu konzentriert, belohnen viel zu wenig. Belohnung ist Freundlichkeit, dem Pferd zu zeigen, wie froh man darüber ist, dass es mitarbeitet und sich bemüht alles richtig zu machen.

Einige Pferdeflüsterer haben dies zu ihrer Devise gemacht – sei freundlich zum Pferd!

DVD Reiten

Das Pferd meiner Bekannten bekommt auch unter dem Sattel eine große Portion Freundlichkeit. Und die Stute dankt es ihr!

Seid freundlich, lobt das Pferd auch für Kleinigkeiten und ihr gewinnt einen Freund

Eure Andrea Waldl

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September 23, 2016
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Der Unfall Teil 2

Zu meinem letzten Post habe ich viele Reaktionen bekommen. Die meisten fragten danach, warum Skippy buckelt und ob ich mich auch darum gekümmert habe, die gesundheitliche Ursache zu erforschen.

Ich habe Skippy 1995 als Absetzer gekauft. Ich weiß noch, wie alle sagten, dass er ein richtiger Professor ist und es faustdick hinter den Ohren hat. Das war auch richtig. Er hatte hunderte dumme Ideen, fädelte mit dem Huf im Gitter der Box ein, versuchte über die Stallmauer zu steigen usw. Gott sei Dank hat er alles unbeschadet überstanden.

Er wuchs in einer Herde gleichaltriger Hengste auf. Optimale Voraussetzungen für einen jungen Hengst. Leider wurde er extrem dominant, vor allem seinen Kumpeln gegenüber. Weil ich dann auf Hochzeitsreise fuhr, mußte ich ihn noch bevor er 2 Jahre alt wurde kastrieren, damit nichts passieren konnte.

Dann stand er mit zwei Hengstfohlen auf der Koppel, die hatten echt viel Spaß. Beim Einreiten war er brav und willig, er hat zwar probiert zu steigen, aber das wurde ihm letztendlich abgewöhnt. Danach ein Jahr Pause, in dieser Pause sprang ihm leider das hintere Knie raus und wir bekamen die Diagnose – zu lange Bänder in den Knien – er bekam einen Spezialbeschlag, stoppen und spinnen war allerdings vorbei noch bevor es angefangen hat.

Skippy wurde als Freizeitpferd ausgebildet, ging zwar auch ab und zu auf Shows bis er fünf wurde, aber nur zwei oder dreimal im Jahr.

Mein Tierarzt riet mir, noch gezielteren Muskelaufbau für die Hinterhand zu machen, damit wir das Bänderproblem in den Griff bekommen. Wir fingen mit Distanzreiten an. Das war genau das Richtige für Skippy, er war nicht schnell aber ausdauernd. Vom Körperbau her war er nie der vollkommene Quartertyp, sondern eher schlaksig. Das Training paßte ihm optimal, sein Kopf wurde klarer und er konnte sich bewegen.

Als er sechs wurde, zogen wir um, nach Dörfles – dort steht er heute noch. Distanzreiten ging auch hier super, da war er entspannt und ausgepowert, genau was er brauchte. Und im Nachhinein hatte er bisher noch nie in seinem Leben gebuckelt.
Skippy´s Entwicklung

Mein Pferd war immer schon eher unruhig und nervös. Er braucht klare Ansagen, bekommt er diese ist alles gut. Aber bekommt er die nicht, dann versucht er Hals über Kopf und ohne Nachdenken hektisch der Situation zu entfliehen. Skippy braucht Bewegung und ganz viel Beschäftigung. Das war für mich nicht immer ganz einfach, aber wir kamen zurecht.

Dann wurde ich schwanger, ritt noch bis zum 6. Monat, dann meinte der Arzt, ich sollte damit aufhören. Damit Skippy nicht langweilig herumsteht, habe ich mich bemüht, Mitreiter zu finden. Das war nicht leicht. Doch ich fand welche.

Das Buckeln begann. Kurz nach der Geburt meines Sohnes hatte ich einen Lungeninfarkt. So war ich fast ein weiteres Jahr außer Gefecht und konnte mich kaum um Skippy kümmern. Skippy wurde immer schwieriger – nicht nur beim Reiten, sondern auch im Umgang. Die Mitreiter gaben auf. Als ich dann wieder halbwegs fitt war, um mit ihm zu arbeiten, kam er mir wie eine tickende Zeitbombe vor. Er war ständig kurz vorm explodieren. Ich bekam Angst, machte dadurch immer weniger mit ihm. Auch die Trainer, die ich holte, konnten mir die Sicherheit mit ihm nicht zurückgeben. Skippy buckelte und führte sich auf, meine Angst hat das alles noch mehr aufgeschaukelt.

Gesundheitscheck

Als erstes begann ich, alle möglichen Untersuchungen bei Skippy machen zu lassen. Omnipathie, Homöopathie, Chiropraktik, Röntgen, Bioresonanz, Cranio, Sattel – ich versuchte alles (zumindest alles was greifbar war). Von den verschiedenen beruhigenden Futterzusatzstoffen und Kräutern sprech ich gar nicht mehr. Nichts hat genützt, Skippy beruhigte sich nicht. Es fand auch keiner wirklich ein größeres Problem. Es wurde immer schlimmer.

Horsemanship Kurs

Jede Minute mit Skippy war für mich ein Glücksspiel. Entweder er rastet aus oder nicht. Das war schon immer bei ihm so – 30 mal hintereinander ging er wie ein Lamm, das 31. mal rastete er völlig aus. Da war es ganz egal, ob die Sonne schien, der Wind ging, es kalt oder warm war, ich ritt oder ihn nur longierte, es war wie im Lotto.

 

Hier eine Anleitung: http://go.AndreaWaldl.76699.digistore24.com/

Die Rettung zumindest für den täglichen Umgang war ein Horsemanship-Kurs. Wir lernten gemeinsam, uns wieder anzunähern. Ich lernte, wie ich ihn beschäftigen kann und besser auf Signale, die er mir sendet hören kann. Skippy war mir unendlich dankbar, dass ich wieder Führungsarbeit leistete. Er liebte es, von mir klare Aussagen zu bekommen und diese zu befolgen. Vom Boden aus war es, nach monatelanger Arbeit mit der Technik, endlich viel viel besser. Ich konnte immer und zu jeder Zeit gut mit ihm umgehen.

Das Buckeln beim Reiten war dann doch nicht so leicht in den Griff zu bekommen. Die Horsemanship Trainerin fand keine Lösung. Ich holte mir wieder einen anderen Trainer – Christoph Allgäuer. Der verstand Skippy dann endlich! Wir haben wieder viel am einander verstehen gearbeitet. Und – ich stieg einfach ab, wenn Skippy zu buckeln begann. Er machte das so, er buckelte einmal und blieb stehen, dann konnte man absteigen. Stieg man nicht ab, buckelte er so lange, bis man unfreiwillig unten war. So servierte er auch die besten Reiter ab. Wenn ich abstieg habe ich ihn enorm intensiv vom Boden aus gearbeitet, nach ca. 20 Minuten konnte ich dann wieder aufsteigen und ohne buckeln reiten. Anders ging es nicht, jede andere Form – eindrehen, Gas geben, drüberreiten etc. – haben wir ausprobiert und alles hat nur mit Stürzen geendet.

Wir haben gemeinsam einen gangbaren Weg gefunden.

Der Unfall wurde dadurch verursacht, dass ich nicht abgestiegen bin. Ich weiss noch heute ganz genau was ich gedacht habe – ach nein, heute geht es auch so. Es ging nicht.

Skippy heute

Wie ja bereits bekannt, wurde ich schwerst verletzt. Seitdem bin ich auf Skippy nicht mehr aufgestiegen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ihm das was ausmacht. 5 Monate nach meinem Unfall begann ich wieder mit Bodenarbeit. Das macht er gerne und da haben wir auch seine Emotionen fest im Griff. Ich weiß, dass er sich bewegen muß und auch viel zum Denken angeregt werden muß. Unser Umgang miteinander ist so total angenehm. Ich habe einfach Angst davor, ihn wieder zu reiten. Es gibt Zeiten, da sehne ich mich auf seinen Rücken, dann kommen mir wieder die Bilder meines Sturzes in den Sinn und ich fürchte mich davor.

Ich habe das Gefühl, er ist total glücklich so wie es jetzt ist.

Mein ganz spezieller Skippy ist mit 22 Jahren pumperlgesund und schon in Pension – Frühpensionist halt. Aber ihn scheint das nicht zu stören, solange wir gemeinsam etwas tun. Und das tun wir. Er hat den Abschied vom Reitpferd-Dasein am 11.12.2014 genommen.

Manchmal habe ich den Eindruck, er wollte gar kein Reitpferd sein. Er ist heute viel ruhiger und aufmerksamer mir gegenüber als er es noch vor einiger Zeit war.

Wir gehen unseren gemeinsamen Weg weiter!

Eure Andrea Waldl

 

September 2, 2016
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Denksport für Pferde

Meinen Skippy reite ich nicht mehr. Das ergibt eine andere große Herausforderung für mich. Er ist ein Pferd das ständig beschäftigt werden muss, deswegen bin ich immer froh über Anregungen zum Thema Denksport oder Muskeltraining vom Boden aus. Hier habe ich ein paar Tipps für Skippy und mich gefunden. Mach es einfach nach, die Übungen machen uns beiden sehr viel Spaß

 

Eure

Andrea Waldl

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August 12, 2016
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Der Unfall

 

Der 11.12.2014 hat mein Leben verändert. In der Früh fuhr ich wie immer zum Reiten. Es war kalt – zuerst mal die Pferde füttern. Diese halbe Stunde in der Früh genieße ich immer sehr, wenn die Pferde sich zu regen beginnen und ungeduldig aufs Heu warten. Skippy konnte ein paar Tage nicht geritten werden, weil er so stark gehustet hat. Aber an diesem Tag war es endlich wieder soweit. Wir putzten ihn zu zweit, weil er so dreckig war. Er war auch beim Satteln diesmal sehr brav. Dann nichts wie raus auf den Reitplatz. Beim Circeln war er ruhig und gelassen, sehr viel konnte ich nicht machen, weil der Platz gefroren war, trotzdem ging es ganz gut.

Das alte Lied – Skippy begann sofort nach dem Aufsteigen zu buckeln, wie immer gab er mir die Gelegenheit, abzusteigen. Mein Fehler war, dass ich diesmal nicht abstieg – ich weiß noch wie ich dachte – nein heute nicht. Dann stieg ich doch ab, unfreiwillig. Skippy machte einen Satz und ich lag unten. Zuerst dachte ich noch, ich habe mir nur den Arm gebrochen, doch es war viel schlimmer.

Mein linker Arm riß zu 2/3 ab. Arterie gerissen, alle Bänder gerissen, Muskel gerissen, Nervenstrang stark überdehnt. Fast 7 Stunden Notoperation. 3 Monate Schiene – ein Jahr Physiotherapie. Ich kann den Arm nie wieder ganz ausstrecken und habe wenig Gefühl in zwei Fingern, ich spüre den Ellbogen jeden Tag.
Ich hatte Glück im Unglück, ich konnte den Arm behalten, obwohl der operierende Arzt anfänglich eher skeptisch war.

Drei Monate lang konnte ich nicht Auto fahren und kümmerte mich nur sehr wenig um Skippy. Meine Freundinnen haben ihn ab und zu geputzt, aber nicht mehr. Jeder hatte Angst vor ihm, es traute sich keiner, mit ihm zu arbeiten. In dieser Zeit, in der ich zur kompletten Untätigkeit verurteilt war, war ich besessen davon, jemanden zu finden, der für mich Skippy wieder „reitbar“ machte. Dieses Vorhaben scheiterte. Vor allem an meiner Angst.

Fünf Monate nach dem Unfall saß ich wieder im Sattel. Nein – nicht in Skippy´s Sattel. Die liebe, gute Chayenne gab mir den Mut und die Sicherheit, wieder zu reiten.

Für Skippy hatte ich noch immer keine Lösung. Mit ihm machte ich einfach nur Bodenarbeit, selbst da mußte ich meinen ganzen Mut zusammen nehmen. Mir kam vor, nicht nur ich hatte den Schock vom Unfall davongetragen, sondern auch er. Wir mußten uns erst langsam wieder aneinander gewöhnen und ich mußte meine Angst vor ihm abbauen. Geritten habe ich Skippy bis heute nicht mehr. Der Sturz läuft wie ein Film manchmal in meinem Kopf ab, ich habe einfach Angst davor.

Ich ritt ab und zu auf Chayenne, nahm auch manchmal Stunden. Und dann, mehr als 1 Jahr nach meinem Unfall, fand ich auf Facebook eine Anzeige für eine Mitreitgelegenheit ganz in meiner Nähe. Super Pferd – super Trainer – noch bessere Besitzer. Kurz – ich fand Jesse – ein Pferd wie ein Fels in der Brandung. Da Jesse ein richtiger Profi ist, kann ich endlich wieder richtig Western reiten und das was ich nicht kann, zeigt mir Jesse.

Plötzlich merke ich – ich kann ja reiten. Die letzten Jahre mit Skippy waren ja davon geprägt, ihn zu reiten, ohne dass er buckelt, die Technik ist dabei etwas eingeschlafen.

Jetzt ist es so, dass ich mit Jesse und Gerald Freitag wieder einiges auffrischen kann. Okay Weltmeister werde ich nicht mehr, aber es macht unheimlich viel Spaß, und ich werde immer sicherer.

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Aber was ist mit Skippy:

Er wird nicht geritten. Wir machen regelmäßig Bodenarbeit. Sein Headshaking hat komplett aufgehört, seit ich ihn nicht mehr reite. Skippy ist jetzt 22 Jahre alt und ist praktisch in Pension. Manchmal träume ich davon, ihn wieder zu reiten. Doch ich stresse mich damit nicht mehr und ihn auch nicht.

Immer wieder höre ich von anderen, dass ich ihn weggeben soll, damit ich ihn nicht noch die nächsten 10 Jahre durchfüttern muß. Als Reitpferd kann ich ihn nicht hergeben, das Buckeln hat sich dafür zu stark bei ihm manifestiert. Als Beistellpferd will ich ihn nicht hergeben, er muß, um gesund zu bleiben, regelmäßig bewegt werden. So ist er in meiner Nähe, in seiner vertrauten Umgebung und er fühlt sich – so hoffe ich – absolut wohl in seiner Box und auf der Wiese mit seinen Pferdefreunden. Wenn wir gemeinsam arbeiten ist er ruhig und entspannt und macht alles mit.

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Ich kann ihn nicht weggeben, weil er zu mir gehört. Er ist mein Lebenspferd. 90% der Freunde, die ich heute habe, habe ich durch ihn. Und ich habe die besten Freunde der Welt.
Durch ihn habe ich gelernt, nie aufzugeben, an Dingen dran zu bleiben, privat wie beruflich.
Er hat mich ja nicht absichtlich so schwer verletzt, vielleicht hat er einfach nur gedacht, dass ich mal kapieren soll, dass ich reiterlich woanders hin soll. Das habe ich jetzt kapiert.

Durch den Unfall habe ich so viel Gutes erlebt.
– Mein Umfeld hat mir gezeigt, dass ich nicht allein bin.
– Ich konnte mich endlich von falschen Familienbanden lösen
– Ich bin geistig gewachsen und habe viel gelernt
– Ich habe viel Liebe und Anerkennung erfahren.
– Jesse wäre nicht in mein Leben getretetn
– Ich wäre nie bei Gerald Freitag geritten
– Ich habe (wieder durch´s reiten) so viele neue liebe Menschen kennengelernt.

Ohne ihn wäre ich heute nicht da wo ich bin. Dafür bin ich ihm dankbar – er hat mir geholfen, auf diesen Weg zu kommen.

Er hat mich gelehrt – niemals aufzugeben
Eure Andrea